Wis­sen Sie, wie sicher Ihre sen­si­blen Gesund­heits­da­ten bei digi­ta­len Gesund­heits­platt­for­men wie Doc­to­lib wirk­lich sind? Wer hat Zugriff auf die­se Daten und wie wer­den sie geschützt?

In die­sem Arti­kel erhal­ten Sie einen Über­blick dar­über, wel­che sen­si­blen Daten Doc­to­lib ver­ar­bei­tet, wie die­se tech­nisch und orga­ni­sa­to­risch geschützt wer­den und wel­che Anfor­de­run­gen die DSGVO dabei stellt. Zudem erfah­ren Sie, wer Zugriff auf Ihre Daten hat und wie die Wei­ter­ga­be gere­gelt ist. Außer­dem erhal­ten Sie die Ein­schät­zung eines erfah­re­nen Daten­schutz­ex­per­ten und prak­ti­sche Ein­bli­cke, wie Sie als Arzt sicher­stel­len kön­nen, dass der Daten­schutz in Ihrer Pra­xis höchs­te Prio­ri­tät hat.

Das Wich­tigs­te in Kür­ze

  • Doc­to­lib ermög­licht eine ein­fa­che Online-Ter­min­bu­chung und Tele­me­di­zin, wird von Mil­lio­nen Men­schen genutzt und ver­ar­bei­tet sen­si­ble Gesund­heits­da­ten.
  • Gesund­heits­da­ten gel­ten als beson­ders schüt­zens­wert und unter­lie­gen hohen Anfor­de­run­gen der DSGVO.
  • Doc­to­lib setzt umfang­rei­che tech­ni­sche Maß­nah­men ein, wie Ver­schlüs­se­lung und Zwei-Fak­tor-Authen­ti­fi­zie­rung, um Daten zu schüt­zen.
  • Exper­ten­tipp – eine juris­ti­sche Ein­schät­zung: Doc­to­lib ist daten­schutz­recht­lich soli­de auf­ge­stellt, jedoch bestehen Risi­ken bei Rol­len­klä­rung, mög­li­chem US-Zugriff, Lösch­fris­ten und KI-Nut­zung, die ergän­zen­de Prü­fun­gen und eine Daten­schutz-Fol­ge­ab­schät­zung (DSFA) – eine Abschät­zung der Fol­gen vor Beginn der Daten­ver­ar­bei­tung – erfor­dern.

Was ist Doc­to­lib?

Doc­to­lib ist eine digi­ta­le Platt­form, die es Pati­en­ten ermög­licht, schnell und ein­fach Arzt­ter­mi­ne online zu buchen. Dar­über hin­aus bie­tet Doc­to­lib auch Tele­me­di­zin-Diens­te an, wodurch die Mög­lich­keit gege­ben ist, per Video ärzt­lich bera­ten zu wer­den.

Die Platt­form wird von Mil­lio­nen von Men­schen in Deutsch­land, Frank­reich und Ita­li­en genutzt und arbei­tet mit zahl­rei­chen Gesund­heits­dienst­leis­tern zusam­men, dar­un­ter Haus­ärz­te, Fach­ärz­te, Psy­cho­the­ra­peu­ten und Kli­ni­ken.

Doc­to­lib stellt nach eige­nen Anga­ben den Daten­schutz und die Daten­si­cher­heit in den Mit­tel­punkt sei­ner Dienst­leis­tun­gen und ver­weist auf euro­päi­sche Daten­ver­ar­bei­tung, Zer­ti­fi­zie­run­gen und tech­ni­sche Schutz­maß­nah­men. Die­se Selbst­aus­künf­te bil­den die Grund­la­ge der fol­gen­den daten­schutz­recht­li­chen Betrach­tung erset­zen jedoch kei­ne unab­hän­gi­ge recht­li­che Bewer­tung.

War­um ist Daten­schutz bei Doc­to­lib beson­ders wich­tig?

Doc­to­lib ver­wal­tet Gesund­heits­da­ten von Mil­lio­nen Nut­ze­rin­nen und Nut­zern, dar­un­ter Infor­ma­tio­nen zu Dia­gno­sen, Behand­lun­gen und teils sehr per­sön­li­chen Gesund­heits­zu­stän­den. Die­se Daten sind beson­ders sen­si­bel, da ihr Bekannt­wer­den zu Dis­kri­mi­nie­rung, Stig­ma­ti­sie­rung oder ande­ren Nach­tei­len füh­ren kann.

Des­halb ist ihr Schutz nicht nur gesetz­lich durch die DSGVO gere­gelt, son­dern auch ent­schei­dend für das Ver­trau­en in digi­ta­le Gesund­heits­diens­te. Doc­to­lib muss höchs­te Daten­schutz­stan­dards ein­hal­ten, um die Pri­vat­sphä­re, Wür­de und Rech­te der Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten zu sichern.

Recht­li­che Grund­la­gen

Die Daten­schutz-Grund­ver­ord­nung (DSGVO) ist das zen­tra­le Daten­schutz­ge­setz in der Euro­päi­schen Uni­on. Sie gilt seit Mai 2018 und regelt, wie per­so­nen­be­zo­ge­ne Daten erho­ben, ver­ar­bei­tet und gespei­chert wer­den dür­fen. Für Unter­neh­men wie Doc­to­lib ist die DSGVO beson­ders rele­vant, da sie hohe Anfor­de­run­gen an den Umgang mit sen­si­blen Gesund­heits­da­ten stellt.

Wich­ti­ge Prin­zi­pi­en der DSGVO sind:

  • Zweck­bin­dung: Daten dür­fen nur für klar defi­nier­te Zwe­cke ver­ar­bei­tet wer­den.
  • Daten­mi­ni­mie­rung: Es sol­len nur so vie­le Daten wie nötig erho­ben wer­den.
  • Trans­pa­renz: Betrof­fe­ne müs­sen dar­über infor­miert wer­den, wel­che Daten erho­ben wer­den und war­um.
  • Sicher­heit: Ange­mes­se­ne tech­ni­sche und orga­ni­sa­to­ri­sche Maß­nah­men müs­sen getrof­fen wer­den, um die Daten zu schüt­zen.
  • Betrof­fe­nen­rech­te: Nut­zer haben das Recht auf Aus­kunft, Berich­ti­gung, Löschung und Daten­über­trag­bar­keit.

Doc­to­lib als Gesund­heits­platt­form

Doc­to­lib ver­ein­facht den Zugang zur medi­zi­ni­schen Ver­sor­gung durch digi­ta­le Lösun­gen und ver­bin­det Pati­en­ten und medi­zi­ni­sches Fach­per­so­nal auf einer zen­tra­len Platt­form. Um die­se Ser­vices bereit­zu­stel­len, ist die Ver­ar­bei­tung ver­schie­de­ner per­so­nen­be­zo­ge­ner Daten erfor­der­lich.

Was macht Doc­to­lib?

Doc­to­lib bie­tet ver­schie­de­ne digi­ta­le Ser­vices rund um das Gesund­heits­we­sen:

  • Online-Ter­min­bu­chung bei medi­zi­ni­schen Fach­kräf­ten
  • Ver­wal­tung von Ter­mi­nen und Erin­ne­run­gen
  • Video­kon­sul­ta­tio­nen (Tele­me­di­zin)
  • Digi­ta­le Pati­en­ten­ak­te (in eini­gen Märk­ten)
  • Kom­mu­ni­ka­ti­on zwi­schen Pati­ent und Arzt

Wel­che Daten ver­ar­bei­tet Doc­to­lib?

Die Platt­form ver­ar­bei­tet eine Viel­zahl per­so­nen­be­zo­ge­ner Daten, dar­un­ter:

  • Stamm­da­ten: Name, Adres­se, Geburts­da­tum, Tele­fon­num­mer, E‑Mail-Adres­se
  • Gesund­heits­da­ten: Anga­ben zu Sym­pto­men, Dia­gno­sen, Behand­lungs­ver­läu­fen
  • Kom­mu­ni­ka­ti­ons­da­ten: Nach­rich­ten zwi­schen Arzt und Pati­ent
  • Nut­zungs­da­ten: Infor­ma­tio­nen über die Nut­zung der Platt­form (z. B. IP-Adres­se, Brow­ser­typ, Zugriffs­zei­ten)

Sen­si­ble Daten und deren Schutz

Nach Art. 9 DSGVO gel­ten Gesund­heits­da­ten als beson­de­re Kate­go­rien per­so­nen­be­zo­ge­ner Daten und unter­lie­gen einem beson­ders hohen Schutz. Ihre Ver­ar­bei­tung ist grund­sätz­lich ver­bo­ten, es sei denn, es liegt eine aus­drück­li­che Ein­wil­li­gung vor oder sie ist für medi­zi­ni­sche Zwe­cke erfor­der­lich. Doc­to­lib beruft sich auf bei­de Grund­la­gen – Ein­wil­li­gung und medi­zi­ni­sche Not­wen­dig­keit – je nach Anwen­dungs­fall.

Wie schützt Doc­to­lib Ihre Daten?

Um den stren­gen Anfor­de­run­gen der Daten­schutz-Grund­ver­ord­nung (DSGVO) gerecht zu wer­den, setzt Doc­to­lib eine Viel­zahl von Maß­nah­men ein, die sowohl tech­ni­sche als auch orga­ni­sa­to­ri­sche Aspek­te abde­cken. Im Fol­gen­den erfah­ren Sie, mit wel­chen Sicher­heits­vor­keh­run­gen Doc­to­lib den Schutz Ihrer Daten sicher­stellt.

Tech­ni­sche Sicher­heits­maß­nah­men

Doc­to­lib inves­tiert kon­ti­nu­ier­lich in den Schutz der Daten durch moder­ne IT-Sicher­heits­ar­chi­tek­tu­ren, dar­un­ter:

  • Ende-zu-Ende-Ver­schlüs­se­lung: Beson­ders bei Video­kon­sul­ta­tio­nen wird sicher­ge­stellt, dass Inhal­te nur vom Arzt und Pati­en­ten ein­seh­bar sind.
  • HTTPS-Ver­schlüs­se­lung: Die gesam­te Platt­form kom­mu­ni­ziert ver­schlüs­selt.
  • Zwei-Fak­tor-Authen­ti­fi­zie­rung (2FA): Nut­zer und Ärz­te kön­nen ihre Kon­ten zusätz­lich absi­chern.
  • Rechen­zen­tren in Euro­pa: Alle Daten wer­den auf Ser­vern inner­halb der EU gespei­chert, in Rechen­zen­tren.

Orga­ni­sa­to­ri­sche Sicher­heits­vor­keh­run­gen

  • Zugriffs­ma­nage­ment: Nur auto­ri­sier­te Per­so­nen haben Zugriff auf bestimm­te Daten.
  • Mit­ar­bei­ter­schu­lun­gen: Ange­stell­te wer­den regel­mä­ßig im Daten­schutz geschult.
  • Inter­ne Daten­schutz­richt­li­ni­en: Kla­re Vor­ga­ben zur Ver­ar­bei­tung und Wei­ter­ga­be von Daten.
  • Daten­schutz­be­auf­trag­te: Sowohl intern als auch extern sind Daten­schutz­ex­per­ten ein­ge­bun­den.

Daten­wei­ter­ga­be und ‑ver­ar­bei­tung

Neben den tech­ni­schen und orga­ni­sa­to­ri­schen Sicher­heits­vor­keh­run­gen ist es eben­so wich­tig, trans­pa­rent dar­zu­le­gen, wie und an wen Ihre Daten wei­ter­ge­ge­ben wer­den. Doc­to­lib legt Wert dar­auf, den Zugriff auf Ihre sen­si­blen Infor­ma­tio­nen streng zu kon­trol­lie­ren. Wer hat Zugriff auf Ihre Daten, wel­che Rol­le spie­len Dritt­an­bie­ter dabei und wie gestal­tet Doc­to­lib die Wei­ter­ga­be und Ver­ar­bei­tung Ihrer Daten?

Wer hat Zugriff auf Ihre Daten?

Der Zugriff auf die Daten ist streng regle­men­tiert:

  • Behan­deln­de Ärz­te und medi­zi­ni­sches Per­so­nal: Nur soweit es für die Behand­lung erfor­der­lich ist.
  • Doc­to­lib-Mit­ar­bei­ten­de: Nur mit klar defi­nier­ten Rol­len und Rech­ten, z. B. im tech­ni­schen Sup­port.
  • Pati­en­ten selbst: Vol­le Kon­trol­le über eige­ne Daten, inkl. Lösch­op­tio­nen.

Dritt­an­bie­ter und deren Rol­le

Doc­to­lib arbei­tet mit bestimm­ten Dienst­leis­tern zusam­men, etwa für:

  • Hos­ting
  • E‑Mail-Kom­mu­ni­ka­ti­on
  • Video­sprech­stun­den

Die­se Dritt­an­bie­ter sind ver­trag­lich zur Ein­hal­tung der DSGVO ver­pflich­tet (Auf­trags­ver­ar­bei­tungs­ver­trä­ge gemäß Art. 28 DSGVO). Sie dür­fen die Daten aus­schließ­lich im Auf­trag und nach Wei­sung von Doc­to­lib ver­ar­bei­ten.

Inter­na­tio­na­le Daten­über­tra­gung

Doc­to­lib spei­chert alle Gesund­heits­da­ten aus­schließ­lich in Rechen­zen­tren inner­halb der EU. Soll­te es in Aus­nah­me­fäl­len zu einer Über­tra­gung in Dritt­staa­ten kom­men (z. B. bei tech­ni­schen Sup­port­fäl­len), geschieht dies nur unter Ein­hal­tung stren­ger Daten­schutz­re­ge­lun­gen – etwa durch den Abschluss von EU-Stan­dard­ver­trags­klau­seln oder den Ein­satz von Anbie­tern mit Ange­mes­sen­heits­be­schluss der EU-Kom­mis­si­on.

Exper­ten­tipp: Michael Triesch

Juris­ti­sche Ein­schät­zung zur daten­schutz­recht­li­chen Bewer­tung von Doc­to­lib – aus Sicht eines Daten­schutz­ex­per­ten

Doc­to­lib ist eine Platt­form­lö­sung für Ter­min­bu­chung, Online-Sprech­stun­den und wei­te­re Digi­tal-Health-Anwen­dun­gen. In die­sem Zusam­men­hang ver­ar­bei­tet sie gesund­heits­be­zo­ge­ne Daten und damit beson­ders schüt­zens­wer­te per­so­nen­be­zo­ge­ne Daten gemäß Art. 9 DSGVO in Ver­bin­dung mit Art. 4 Nr. 15 DSGVO.

Auf­grund des­sen gel­ten erhöh­te Anfor­de­run­gen: sowohl an die Recht­mä­ßig­keit der Ver­ar­bei­tung, als auch an tech­ni­sche und orga­ni­sa­to­ri­sche Maß­nah­men (TOMs), Daten­schutz­fol­ge­ab­schät­zun­gen (DSFA/PIA), Daten­über­mitt­lun­gen in Dritt­län­der und die Doku­men­ta­ti­on.

Posi­ti­ve Aspek­te von Doc­to­lib

  • In den öffent­li­chen Anga­ben betont Doc­to­lib, dass Daten­schutz und Sicher­heit zen­tra­le Bestand­tei­le sind („Pri­va­cy at the core of the deve­lo­p­ment of our ser­vices“) und dass Daten in Euro­pa gespei­chert wer­den.
  • Es exis­tie­ren Zer­ti­fi­zie­run­gen wie ISO 27001, HDS (fran­zö­sisch für Gesund­heits­da­ten-Hos­ting) sowie C5 (Deutsch­land) in Tei­len.
  • Für den Bereich Kom­mu­ni­ka­ti­on (z. B. Mes­sen­ger-App oder siche­re Nach­rich­ten­über­mitt­lung) wird auf Ver­schlüs­se­lung, Zwei-Fak­tor-Authen­ti­fi­zie­rung und siche­re Infra­struk­tur ver­wie­sen.
  • Trans­pa­renz: Daten­schutz­er­klä­rung, Kon­takt­adres­se in Deutsch­land vor­han­den.

Daten­schutz­recht­li­che Risi­ken und Schwach­stel­len

Obwohl vie­le Anfor­de­run­gen gut adres­siert sind, blei­ben für eine voll­stän­di­ge DSGVO-Kon­for­mi­tät fol­gen­de Aspek­te kri­tisch:

Rol­len­klä­rung und Ver­ant­wort­lich­kei­ten

  • Da Doc­to­lib sowohl Diens­te für Pra­xen als auch für Pati­en­ten anbie­tet, ist die Fra­ge rele­vant, ob Doc­to­lib in man­chen Fäl­len selbst Ver­ant­wort­li­cher i. S. d. Art. 4 Nr. 7 DSGVO oder nur Auf­trags­ver­ar­bei­ter (Pro­ces­sor) ist. Bei Anwen­dun­gen, in denen Pati­en­ten direkt ein Kon­to anle­gen, könn­te Doc­to­lib als Ver­ant­wort­li­cher tätig wer­den. In Deutsch­land wur­de dies im Rah­men der Impf­ter­min­ver­ga­be kri­ti­siert.
  • Für Praxen/Ärzte muss exakt geprüft wer­den: Wer bestimmt Zweck und Mit­tel der Ver­ar­bei­tung? Wenn die Pra­xis dies ist, bleibt Doc­to­lib Auf­trags­ver­ar­bei­ter. Wird das Modell anders aus­ge­stal­tet, sind ent­spre­chen­de Ver­trä­ge erfor­der­lich.

Daten­über­mitt­lung in Dritt­län­der / Hos­ting

  • Obwohl Doc­to­lib angibt, Daten in Euro­pa zu hos­ten, ist ein Teil der Infra­struk­tur über Cloud-Anbie­ter (z. B. AWS) rea­li­siert, wel­che US-Unter­neh­men betrei­ben. Damit sind Fra­gen nach Zugriffs­mög­lich­kei­ten durch US-Behör­den und der Ver­ein­bar­keit mit Art. 44 ff. DSGVO („Schrems II“) zu stel­len.
  • Es ist not­wen­dig, dass Doc­to­lib bzw. der Pra­xis als Nut­zer die zutref­fen­den Garan­tien doku­men­tiert (z. B. SCCs, TIA, tech­ni­sche Zusatz­maß­nah­men). Ohne sol­che Nach­wei­se bleibt ein Rest­ri­si­ko.

Gesund­heits­da­ten (Art. 9 DSGVO)

  • Gesund­heits­da­ten bedür­fen einer beson­de­ren Rechts­grund­la­ge (Art. 9 Abs. 2 lit. h oder lit. a) und hoher Schutz­maß­nah­men.
  • In der Daten­schutz­er­klä­rung einer Pra­xis wird Doc­to­lib als „Hilfs-/Sub­un­ter­neh­mer“ genannt und die Pra­xis weist dar­auf hin, dass eine Ein­wil­li­gung oder ande­re Erlaub­nis gemäß Art. 9 Abs. 2 lit. h erfor­der­lich ist.
  • Emp­feh­lung: Vor Ein­satz von Doc­to­lib muss eine DSFA durch­ge­führt wer­den, da es sich typi­scher­wei­se um umfang­rei­che Ver­ar­bei­tung von Gesund­heits- und Ver­trags­da­ten han­delt.

Trans­pa­renz, Betrof­fe­nen­rech­te, Löschung

  • Die Ver­ar­bei­tung muss trans­pa­rent sein (Art. 12 ff. DSGVO). Für Pati­en­ten und Pra­xen muss klar dar­ge­stellt wer­den, wie lan­ge Daten gespei­chert wer­den, wer Zugriff hat und wel­che Ver­fah­ren zur Löschung bestehen.
  • Im öffent­li­chen Dis­kurs wur­de kri­ti­siert, dass bei Impf­ter­min­ver­ga­be Kon­ten bei Doc­to­lib ange­legt wur­den, obwohl Zweck längst erfüllt war und dass Praxis/Patienten nicht aus­rei­chend über Löschung infor­miert waren.
  • Emp­feh­lung: Lösungs- und Reten­ti­ons­fris­ten müs­sen defi­niert wer­den, z. B. „nach Abschluss der Behandlung/Beziehung wer­den Daten gelöscht oder anony­mi­siert“.

Zweck­bin­dung und Ver­ar­bei­tung

  • Die Erwei­te­rung von Funk­tio­nen (z. B. KI-Trai­ning) macht eine neue Ein­wil­li­gung oder ande­re Rechts­grund­la­ge erfor­der­lich. Doc­to­lib hat ange­kün­digt, Daten für KI-Model­le zu ver­wen­den.
  • In die­sen Fäl­len ist der Zweck klar zu defi­nie­ren, und wenn Daten pseudonymisiert/anonymisiert wer­den, sind die Maß­nah­men nach­voll­zieh­bar zu machen.

Auf­trags­ver­ar­bei­tung und Ver­trä­ge

  • Für Praxen/Ärzte als ver­ant­wort­li­che Stel­le gegen­über Patient:innen ist sicher­zu­stel­len, dass mit Doc­to­lib ein Auf­trags­ver­ar­bei­tungs­ver­trag (AV-Ver­tra­g/AVV) gemäß Art. 28 DSGVO abge­schlos­sen ist.
  • Dabei soll­ten die Pflich­ten von Doc­to­lib (Technik/Organisation, Sub­un­ter­neh­mer, Mel­dung von Ver­stö­ßen, Audit- und Doku­men­ta­ti­ons­rech­te) klar gere­gelt sein.

Emp­feh­lun­gen für Praxis/Anwender (Ärz­te, Kli­ni­ken)

  • Ver­trag­lich prü­fen: AVV mit Doc­to­lib schlie­ßen, in dem u. a. Hos­ting, Daten­spei­cher­ort, Sub­un­ter­neh­mer, Daten­lö­schung, Audit-Rech­te gere­gelt sind.
  • DSFA durch­füh­ren: Vor Nut­zung von Doc­to­lib-Funk­tio­nen (z. B. Online-Ter­min­bu­chung, Pati­en­ten­ver­wal­tung) eine Daten­schutz­fol­ge­ab­schät­zung bei Gesund­heits­da­ten.
  • Tech­ni­sche Maß­nah­men prü­fen: Zwei-Fak­tor-Authen­ti­fi­zie­rung, Daten­ver­schlüs­se­lung („in rest“ und „in tran­sit“), Rol­len- und Zugriffs­ma­nage­ment.
  • Hos­ting- und Dritt­land­ri­si­ken bewer­ten: Klä­ren, ob Daten in der EU/EWR ver­blei­ben, ob Zugriff aus Dritt­län­dern mög­lich ist, und ob tech­ni­sche Zusatz­maß­nah­men bestehen.
  • Betrof­fe­nen­rech­te und Trans­pa­renz gewähr­leis­ten: Pati­en­ten und Nutzer*innen auf­klä­ren, Lösch-/An­ony­mi­sie­rungs­fris­ten kom­mu­ni­zie­ren, Kon­ten­op­tio­nen zur Löschung bestehen.
  • Zweck­än­de­run­gen doku­men­tie­ren: Wenn Doc­to­lib wei­te­re Funk­tio­nen ein­führt (KI-Trai­ning, Daten­ana­ly­se), ggf. neue Rechtsgrundlagen/Einwilligungen oder Zweck­än­de­run­gen prü­fen.
  • Audit und Nach­wei­se ver­lan­gen: Zer­ti­fi­zie­run­gen nach ISO 27001, HDS, C5 prü­fen; Berich­te über Pene­tra­ti­ons­tests, Sicher­heits­vor­fäl­le und Betriebs­ab­läu­fe ein­for­dern.

Ins­ge­samt ist Doc­to­lib hin­sicht­lich der Anfor­de­run­gen an Daten­schutz und IT-Sicher­heit grund­sätz­lich soli­de auf­ge­stellt – ins­be­son­de­re im Hin­blick auf Zer­ti­fi­zie­run­gen, euro­päi­sche Daten­hal­tung und Sicher­heits­maß­nah­men.

Den­noch bestehen bei hoch­sen­si­blen Gesund­heits­da­ten nicht uner­heb­li­che Risi­ken, vor allem im Bereich Dritt­län­der-Trans­fers, KI-Nut­zung, Ver­trags­rol­len und Daten­lö­schung.

Für Nut­zer (Ärz­te, Kli­ni­ken) gilt: Der Ein­satz von Doc­to­lib kann
daten­schutz­kon­form erfol­gen, aber nur bei Umset­zung ergän­zen­der Maß­nah­men und
sorg­fäl­ti­ger ver­trag­li­cher sowie ope­ra­ti­ver Umset­zung.

Wenn Sie möch­ten, kann ich Ihnen eine Check­lis­te / Bewer­tungs­ta­bel­le bereit­stel­len, mit der Sie als Ver­ant­wort­li­cher Ihre Nut­zung von Doc­to­lib sys­te­ma­tisch daten­schutz­recht­lich prü­fen kön­nen (inklu­si­ve gewich­te­ter Risi­ko­be­wer­tung). Für mehr Infor­ma­tio­nen besu­chen Sie unse­re Web­sei­te.

Fazit

Daten­schutz bei Online-Platt­for­men Doc­to­lib ist essen­zi­ell, da die Platt­form mit beson­ders sen­si­blen Gesund­heits­da­ten arbei­tet, deren Schutz ent­schei­dend für die Wah­rung der Pri­vat­sphä­re und das Ver­trau­en der Nut­zer sind. Auch wenn Doc­to­lib hohe Sicher­heits­stan­dards erfüllt, liegt die Ver­ant­wor­tung für den Daten­schutz nicht allein bei der Platt­form. Ärz­te, die Doc­to­lib nut­zen, soll­ten sich bewusst sein, dass sie selbst stets aktiv dafür sor­gen müs­sen, dass der Daten­schutz in ihrer Pra­xis kor­rekt umge­setzt wird. Nur so lässt sich gewähr­leis­ten, dass sen­si­ble Pati­en­ten­da­ten umfas­send geschützt blei­ben und Ver­trau­en in digi­ta­le Gesund­heits­diens­te erhal­ten bleibt.