Compliance bedeutet die Einhaltung der gesetzlichen und regulatorischen Anforderungen, die für eine bestimmte Branche oder Tätigkeit gelten. Datenschutz bedeutet den Schutz der Rechte und Freiheiten von Personen, deren personenbezogene Daten verarbeitet werden. Diese beiden Konzepte sind eng miteinander verbunden und sollten nicht als getrennte oder gegensätzliche Ziele betrachtet werden.

Warum ist das so? Zum einen, weil die Einhaltung von Datenschutzvorschriften wie der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) oder dem Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) eine wesentliche Voraussetzung für Compliance ist. Wer gegen diese Vorschriften verstößt, riskiert nicht nur hohe Bußgelder, sondern auch Reputationsschäden, Rechtsstreitigkeiten und den Verlust von Kunden. Andererseits kann Datenschutz auch ein Wettbewerbsvorteil sein, der das Vertrauen und die Loyalität von Kunden, Mitarbeitern und Geschäftspartnern stärkt.

Wer Datenschutz ernst nimmt, zeigt, dass er die Bedürfnisse und Erwartungen seiner Stakeholder respektiert und wertschätzt.

Wie können Compliance und Datenschutz Hand in Hand gehen? Es gibt einige bewährte Praktiken, die Unternehmen dabei helfen können, beide Ziele zu erreichen. Hier sind einige davon:

  • Schaffen Sie eine Datenschutzkultur: Compliance und Datenschutz sollten nicht nur als formale Pflichten oder lästige Hindernisse betrachtet werden, sondern als Teil der Unternehmenswerte und -strategie. Dazu gehören die Definition einer klaren Vision und Politik für den Datenschutz, die Sensibilisierung und Schulung von Führungskräften und Mitarbeitern, die Stärkung und Unterstützung der Datenschutzbeauftragten sowie die regelmäßige Überprüfung und Verbesserung der Datenschutzleistung.
  • Datenschutz von Anfang an berücksichtigen: Compliance und Datenschutz sollten nicht nachträglich oder reaktiv angegangen werden, sondern von Anfang an in die Planung und Entwicklung von Produkten, Dienstleistungen und Prozessen einfließen. Dieser auch als Datenschutz durch Technikgestaltung oder Privacy by Design bekannte Ansatz hilft, potenzielle Risiken zu minimieren, die Rechte der Betroffenen zu wahren und die Effizienz und Qualität der Ergebnisse zu steigern.
  • Durchführung von Datenschutz-Folgenabschätzungen: Compliance und Datenschutz erfordern eine systematische und kontinuierliche Bewertung der Auswirkungen, die die Verarbeitung personenbezogener Daten auf die Rechte und Freiheiten der Betroffenen haben kann. Dies gilt insbesondere für Verarbeitungen, die ein hohes Risiko bergen, wie die Verwendung sensibler Daten, Profiling oder automatisierte Entscheidungsfindung. Eine Datenschutzfolgenabschätzung ist ein nützliches Instrument, um die Notwendigkeit, Rechtmäßigkeit, Angemessenheit und Sicherheit der Verarbeitung zu prüfen und geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um die Risiken zu mindern oder zu beseitigen.
  • Transparenz und Rechenschaftspflicht gewährleisten: Compliance und Datenschutz erfordern eine offene und ehrliche Kommunikation mit den Betroffenen und den Aufsichtsbehörden über die Zwecke, Methoden und Folgen der Verarbeitung personenbezogener Daten. Dazu gehört, die Betroffenen klar und verständlich über ihre Rechte und die Möglichkeiten ihrer Ausübung zu informieren, Einwilligungen oder andere Rechtsgrundlagen für die Verarbeitung einzuholen und zu dokumentieren, Anfragen und Beschwerden der Betroffenen zu bearbeiten und zu beantworten sowie die Einhaltung der Datenschutzvorschriften nachzuweisen und zu überprüfen.

 

Compliance und Datenschutz sind keine Gegensätze, sondern ergänzen sich. Sie sollten Hand in Hand gehen, um die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen, die Rechte der Betroffenen zu wahren und den Unternehmenserfolg zu fördern. Ich hoffe, Ihnen mit diesem Beitrag einige Anregungen und Tipps gegeben zu haben, wie Sie Compliance und Datenschutz in Ihrem Unternehmen verbessern können. Sollten Sie Fragen oder Anmerkungen haben, würde ich mich freuen, von Ihnen zu hören.